Über 85 Prozent aller befragten Händler geben an, dass sie bereits einmal von Betrug betroffen waren. Die Verlustbeträge sind in den letzten 12 Monaten gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Und seit der Pandemie haben die Onlinehändler mehr Umsatz gemacht, wurden jedoch vermehrt Opfer von Betrugsversuchen. Das zeigt eine Studie der Wirtschaftsauskunftei CRIF gemeinsam mit dem Handelsverband.Swiss.

Die CRIF AG hat in Zusammenarbeit mit dem Handelsverband.Swiss bei Schweizern Online- und Versandhändlern eine Umfrage zum Thema Betrug durchgeführt. Dabei geben über 85% aller befragten Händler an, dass Sie bereits einmal von Betrug betroffen waren. 25.7% der Umfrageteilnehmer sagt, dass der Betrug gegenüber 2020 angestiegen oder stark angestiegen ist. Für 68.6% der Befragten hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum etwas geändert.

Anstieg der Verlustbeträge
Die Mehrheit der Befragten, nämlich 56.3%, beziffert den höchsten Verlustbetrag in den letzten 12 Monaten bei unter CHF 5’000. Jedoch sind die Verlustbeträge zwischen CHF 10'000 und CHF 50’000 gegenüber 2020 um 16.2% angestiegen.

Mit diesen Betrugsformen sind Onlinehändler konfrontiert
Die häufigste Betrugsform sind Personen, welche Waren bestellen und im Vornherein wissen, dass sie diese nicht bezahlen können. Sowie Besteller, die mit verfälschten Angaben oder mit einer anderen Identität Waren kaufen. Zudem haben sich Betrugsversuche gehäuft, wo der Kunde abstreitet, dass er Ware bestellt hat.

Immer mehr Händler arbeiten in der Betrugsbekämpfung mit externen Dienstleistern zusammen
Knapp 83 Prozent der befragten Händler geben an, dass sie Massnahmen zur Betrugserkennung vornehmen. Rund die Hälfte, nämlich über 54.3%, überprüft verdächtige Bestellungen manuell. Ebenfalls beliebt bei der Betrugsbekämpfung ist der Einsatz verschiedener «Blacklists» und Fraud-Filtern. Im 2020 haben 4.8% der Händler angegeben, dass sie Massnahmen zur Betrugsbekämpfung durch externe Dienstleister ausführen, so liegt der Anteil 2021 mittlerweile bei knapp 23%. Zwei Drittel sagt, dass dank dem Einsatz von Massnahmen zur Betrugserkennung die Betrugsversuche zurückgingen.

Mehr Umsatz dank der Pandemie, aber auch vermehrt Betrugsversuche
Online Shops haben durch die Pandemie mehr Umsatz generiert. Dies sagen über 88% der Befragten. Jedoch wurden sie auch verstärkt Opfer von Betrugsversuchen (17.1%).

Betrug kann jeden Händler treffen
Jeder Onlinehändler kann von Betrug betroffen sein, dies bestätigt auch Patrick Kessler, Präsident vom Handelsverband.Swiss: «Gelegenheit macht Diebe – jeder Onlinehändler ohne Betrugsprävention wird früher oder später Opfer eines Betruges. Entsprechend wichtig sind firmenspezifische Prüfungen aber eben auch Betrugsprävention unter Inanspruchnahme von professionellen Dienstleistern, welche über die Branche hinaus Betrugsmuster schnell aufdecken und Schaden verhindern.»
Daniel Gamma, Leiter E-Commerce von CRIF fügt an: «Die Anfragen zu Betrugspräventionslösungen haben bei uns stark zugenommen. Oft sind die Shopbetreiber aber erstaunt über die Vielzahl der Möglichkeiten zum Schutz gegen Betrug, die angeboten werden. Insbesondere dass man die Betrugsprävention komplett an einen externen Dienstleister auslagern kann, ist noch zu wenig bekannt.»


Die vollständige Studie kann über presse.ch@crif.com angefordert werden.