Studie Betrug im Schweizer Online-Handel: über 92% der Händler sind betroffen und vermelden höhere Verlustbeträge

Betrugsversuche haben zugenommen
Die CRIF AG hat in Zusammenarbeit mit dem VSV Verband des Schweizerischen Versandhandels bei Schweizern Online- und Versandhändlern eine Umfrage zum Thema Betrug durchgeführt. Dabei geben über 92% aller befragten Händler an, dass Sie bereits einmal von Betrug betroffen waren. 46.2 Prozent der Umfrageteilnehmer sagt, dass der Betrug gegenüber 2017 angestiegen oder stark angestiegen ist. Das sind knapp 10 Prozent mehr als bei der letztjährigen Umfrage. Für 43.1 Prozent der Befragten hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum etwas geändert.

Erlittene Verluste
Bei der Umfrage gaben 87.1 Prozent der Teilnehmer an, dass der erstandene Verlust unter 1 Prozent des Umsatzes liegt, bei 11.5 Prozent der Befragten liegt dieser immerhin bei 1-2 Prozent des Umsatzes, bei 8.2 Prozent liegt der Verlust zwischen 2 bis 3 Prozent und 3.3 Prozent geben sogar einen Verlust von über 3 Prozent im Verhältnis zum Umsatz an. Die Mehrheit der Befragten spricht von Verlustbeträgen in den letzten 12 Monaten von unter CHF 5000. Jedoch sind die Verlustbeträge zwischen CHF 10'000 und CHF 100'000 gegenüber 2017 angestiegen. Bei Verlusten zwischen CHF 5'000 und CHF 10'000 um +2.1 Prozent, bei Verlusten zwischen CHF 10'000 und CHF 50'000 um +1.8 Prozent und bei Verlusten zwischen 50'000 und 100'000 um +1.7 Prozent.

Betrugsformen
Wie bei der Umfrage im 2017 ist die häufigste Betrugsform bei Personen festzustellen, welche Waren bestellen und im Vornherein wissen, dass sie diese nicht bezahlen können. Das zweithäufigste genannte Betrugsmuster sind Besteller, die mit verfälschten Angaben Waren kaufen gefolgt von Personen, welche unter Angabe der Identität einer anderen Person bestellen. Generell haben Betrugsversuche mit verfälschten Daten oder Identitäten gegenüber 2017 stark zugenommen.

Massnahmen
Über 95 Prozent der befragten Händler gaben an, dass sie Massnahmen zur Betrugserkennung vornehmen. Über 86 Prozent der Händler überprüft verdächtige Bestellungen manuell, dies entspricht einer Steigerung um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 62 Prozent arbeitet mit eigenen Blacklists und 24.2 Prozent setzen Fraud-Filter bei der Betrugsbekämpfung ein. Positiv zu beobachten ist, dass Händler neben der manuellen Überprüfung vermehrt auch andere Mittel, wie zum Beispiel die Device-Fingerprint-Technologie einsetzen, um gegen Betrugsversuche vorzugehen. Trotzdem könnte man den manuellen Aufwand mittels externen Lösungen optimieren und automatisieren. Dies bestätigt auch Daniel Gamma, Leiter E-Commerce bei der CRIF: «Eine gute Kombination zwischen Mensch und Maschine hat sich in der Betrugsprävention bewährt. Grosse Onlinehändler unterhalten eigene «Betrugspräventions-Teams» und investieren in die digitale Erkennung von Betrug. Doch gerade kleinere oder mittlere Unternehmen haben oftmals nicht die Ressourcen, um sämtliche Prüfungen selber vorzunehmen. Hier würde sich ein Outsourcing anbieten, um noch effizienter gegen Betrüger vorzugehen. »

Die vollständige Studie kann über presse.ch@crif.com angefordert werden.