Innovations in Credit 2014 - Geschäftstradition der Bankfilialen wird sich ändern

Die Diskussionsrunde aus Vertretern traditioneller Banken sowie alternativen Finanzierungsanbietern stellte sich der Frage, wie die Zukunft des Kredit- und Customer-Management aussehen wird. Gemeinsames Fazit: Man muss heute die Antworten auf die Fragen von morgen finden.
Mehrere, auch internationale Vortragende erörterten zudem mögliche Lösungsansätze, wie sich Banken auf Herausforderungen, wie die zunehmende Kundenanonymisierung und neue Regulierungsmechanismen, vorbereiten. Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger machte in seiner Keynote den zahlreichen anwesenden Wirtschafts- und Finanzexperten klar, dass Durchschnitt keine Zukunftsperspektive ist: „Wer Erfolg haben will, muss auf Individualität setzen.“
 
Verschmelzung von traditioneller Beratung und Online-Angeboten
 
„Wir sehen in den neuen Entwicklungen keine Bedrohung, da Aktivitäten wie crowd funding und peer-to-peer lending eine Bank und deren Leistungen wie Beratung, Mahnwesen, Rechtsexpertise usw. nicht ersetzen können“, betont Dr. Thomas Rubbert, Geschäftsführer der Unicredit Leasing GmbH. Es wird eine Verschmelzung klassischer Dienste und digitaler Angebote geben, ist sich Dr. Markus Gremmel, Division Head von Retail Planning & Project Portfolio Management bei der BAWAG/PSK sicher. Die Frage sei nur, wie schnell das geht.
 „Die Online-Kreditvergabe nimmt zu“, bestätigt Stefan Kalteis, Managing Director der payolution GmbH, eines jungen Start-ups und Zahlungsdienstleisters für den eCommerce. Für Kalteis ist zur Risikominimierung in diesem Hoch-Risikogeschäft die Zusammenarbeit mit Factoring Banken und mit Wirtschaftauskunfteien ganz wichtig. 
 
v.l.n.r.: Ramert Pavel (CRIF Decision Solutions), Dr. Thomas Rubbert (Unicredit Leasing GmbH), Stefan Kalteis (payolution GmbH), Dr. Markus Gremmel (BAWAG PSK Bank)
 
Risikominimierung in der Kreditvergabe
 
Das Kreditgeschäft wird immer schneller. Somit müssen auch die Entscheidungen, ob und wer einen Kredit bekommt, immer schneller getroffen werden. „Damit steigt auch das Risiko“, weiß Mag. Christoph Mammerler, zuständig für den Bereich Entscheidungslösungen bei CRIF Österreich und Moderator der Konferenz. „Anonymität ist häufig ein Problem. Gerade wenn es um Kredite geht, ist es für Finanzinstitute entscheidend, zu wissen, mit wem sie es zu tun haben und wie hoch das Risiko für einen Ausfall ist“. CRIF hat daher Systeme entwickelt, die Finanzinstitute bei der Risikobewertung unterstützen, indem Prozesse automatisiert und Anträge objektiv und in kürzester Zeit bewertet werden. Bereits seit Jahrzehnten bietet die Wirtschaftsauskunftei derartige Entscheidungslösungen an und zählt mehr als 3.100 Banken und Finanzinstitute in mehr als 47 Ländern zu ihren Kunden.
 
Unter diesen Kunden ist auch die Schweizer Bank UBS AG, die zu den weltweit größten Vermögensverwaltern zählt. Jasmin Lins, Leiterin der Abteilung Risikoanalyse für Handel und KMU erklärte in ihrem Vortrag, dass „mittels der CRIF Scorewerte eine effiziente Risikoanalyse möglich ist“. Das Verfahren von CRIF, in welchem Wirtschafts- und Finanzdaten mit Verhaltensdaten (Zahlungsverhalten, Eigentümerverhältnisse im Verlauf etc.) verknüpft werden, liefert verlässliche Trends und Prognosen für Ausfallsrisiken und zeigt Liquiditätsprobleme frühzeitig auf. „Auf Basis unserer Auswertungen können unsere Kunden eine rasche, aber vor allem sichere Entscheidung treffen“, so Mammerler.
 
Der Themenbogen der Konferenz spannte sich von Innovationen im On-Boarding über Risiko- und Kundenmanagement bis hin zur Forderungsbetreibung. Denn die Daten und Lösungen von CRIF dienen nicht nur zur Risikobewertung sondern auch zur Segmentierung im Rahmen des Collection Prozesses, um die optimalen Betreibungsaktivitäten für jede Stufe zu bestimmen.